Schmieden oder Schmusen ? – Wortwahl und Wirkung von Veränderung

Ach Gott:
Hitze, Feuer, Schwert und Schmiede ! – dazu noch „König“, wie unzeitgemäß !

Was wir hören wollen sind weiblichere, intuitivere, achtsamere Begriffe.

Das macht mich nachdenklich, doch Hand auf´s Herz:
Wollen Sie Pläne künftig nicht mehr schmieden, sondern häkeln,
ihr Team nicht mehr zusammenschweissen, sondern verkleben ?

Dürfen Führungskräfte glauben, die Realität verändere sich allein durch das Verändern unserer Wortwahl ?
Wohlan: Wer „Defizit“ aus seinem Wortschatz streicht, wird bald schwarze Zahlen schreiben, wer das Wort „Problem“ vermeidet, hat bald Keines mehr.

Das Thema „Mensch im Mittelpunkt“ liefert beredtes Zeugnis über den Graben zwischen Wortwahl und Wirkung:
Managementliteratur und öffentliche Diskussion quellen über von der Beschwörung neuer Verständniskulturen. Parallel dazu explodiert der Krankenstand aufgrund stressbedingter Überlastung und Burnout. Die Wortwahl verniedlicht, die Realität verhärtet sich.

Wir alle wollen nach vorne – nicht zurück.
Wir wünschen uns die hinter dem neuen Sprachgebrauch verankerte Vision einer Zukunft. Doch mit „Wortschatzmanagement“ werden wir sie nicht herbeireden können.

Veränderung und Bewegung nach vorne braucht den bewussten Bruch mit der Folklore, das arbeiten gegen den Widerstand von Mainstream und Gewohnheit. Der Konflikt, wenn kreativ verstanden, schafft erst den Raum, in dem Neues entsteht.

Gibt es dafür wirklich weiches Vokabular ?
Der Schritt unter die eiskalte Dusche lässt sich ebenso wenig sanft umschreiben, wie das euphorische Gefühl der erfolgreichen Überwindung. Veränderung schafft, wer riskiert, sich aus gutem Grund den Unmut Anderer zuzuziehen. Sich einem Vorstand entgegen oder sich auf die Seite eines offensichtlichen Bauernopfers zu stellen, offen gegen vorschnelle Übertragung der „üblichen“ Lösung auf jedes Problem zu kämpfen.
Solches Handeln verweigert sich Begriffen, wie Sanftheit, Wärme, Harmonie oder Konsens.

Hier der visionäre Plan, der auf 10 Jahre die Überwindung aller denkbaren Höhen, Tiefen und Naturgewalten möglich machen soll, denen das Unternehmen ausgesetzt sein wird. Was nützt er, wenn sich im Angesicht der ersten Pfütze Angst vor nassen Füssen verbreitet?
Königinnen und Könige unter den Führungskräften springen zuerst in den Grenzfluss zwischen Absicht und Aufbruch. Im Fall nachhaltiger Veränderung ist er niemals sanft und lauwarm, meist wild und eisig.

Es geht auch ohne Gebirgsbach, sollten Sie gerade keinen zur Hand haben:

  • Überraschen Sie sich und Andere mit Ihrer Kraft
    zur Überwindung des Gewohnten!

Nehmen sie sich täglich die Überwindung einer persönlichen Grenze vor. Sprechen Sie doch mal das „Unaussprechliche“ aus: Bremsen Sie den Bereichsleiter, der jedes Meeting zulabert, kritisieren Sie den Kollegen, der Mitarbeiter unfair behandelt, machen Sie dem Kollegen ein Kompliment, der Ihnen so lange auf den Nerv geht, dass sie vergessen haben warum.

  • Werden Sie Dirigent der Verschiedenheit von Talenten,
    nicht Verwalter der Anpassung an Vorgaben!

Betrachten Sie jede Folklore kritisch, egal, wie modern oder antiquiert, wie laut oder leise sie daherkommt. Fördern Sie den sinnvollen Bruch mit Folklore. Das gute Gefühl von Führung verbreitet nicht, wer einen vorgegebenen Rahmen an formellen Regeln und informellen Erwartungen nahtlos ausfüllt, sondern wer ihn mit Leben füllt. Das geht in jedem Rahmen – denken Sie an einen Dirigenten: Die Partitur als Rahmen ist immer gleich, doch für die individuelle Interpretation eines Meisters reisen Opernkenner um die halbe Welt.

  • Finden Sie Freude am Eigensinn!
  • Machen Sie das Leben zu einer Entsprechung Ihrer selbst und nicht zum Abziehbild einer beruflichen Folklore!

Und damit zurück zu unserer Wortwahl:

Niemand wird hier verbogen – weswegen das Programm auch nicht „Führungsklempner“ heisst. Schmieden verbindet Vorhandenes und Neues unter Kraft und Hitze in eine neue Qualität, in unserem Fall eine von Führung und Selbstführung. Sie ist Grundlage für freudvollen, erwachsenen und resilienten „Eigen-Sinn“.

Willkommen in der Königsschmiede!

PS: Die Königsschmiede im Webtalk mit den Gründern

Donnerstag, den 20.10. jeweils um 18.00 Uhr und 21.00 Uhr

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